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Hier findet Ihr aktuelle Nachrichten von den Seiten Jugend Politik in Europa, Jugend Für Europa, Europäischen Kommission, PolitikOrange,  Jugendbeteiligung und dem IJAB.

Zukunft der EU-Jugendprogramme - Öffentliche Konsultation zum künftigen EU-Haushalt in den Bereichen Werte und Mobilität | 11.01.2018

Teilen Sie der EU-Kommission Ihre Erfahrungen, Vorschläge und Anliegen bezüglich der europäischen Bildungs-, Kultur- und Mobilitätsprogramme mit.


Kiez in digital! | 26.12.2017

What’s up Kiez? Täglich bewegen wir uns in den selben Straßen, gehen sie morgens hoch, abends nachmittags runter, sie kommt uns vertraut vor. Selbst und vor allem Menschen aus Großstädten suchen oft den kleinen Radius, das Bekannte. Warum ist das eigentlich so? Die zweite Runde des Projekts „What’s up Kiez“ knüpfte an die Auseinandersetzung mit dem urbanen Umfeld an, die die Teilnehmenden im Herbst in Form der politikorange-Zeitung „Kiezkram“ beschrieben haben. In unterschiedlichen Formaten – Interviews, Reportagen, Umfragen – beschäftigte sich jeder und jede individuell mit dem Raum, der ihn und sie umgibt.

Diesmal lag der Fokus auf dem digitalen Medium. Die Teilnehmenden bloggten aus unterschiedlichen Kiezen und Schulen über selbst gewählte Themen. Eine Herausforderung war dabei, in Redaktionssitzungen zusammen zu kommen, da der Alltag vieler Jugendlicher einer 40-Stunden-Woche gleicht. Ein wichtiger Aspekt, der in Form eines Artikels aufgegriffen wurde.

Die digitale Variante von „What’s up Kiez“ greift die Problematik auf, dass schulische Medienkompetenzförderung laut der Studie ICILS bisweilen noch immer eine zu kleine Rolle spielt und will diese außerschulisch ergänzen. Diese zeigte unter anderem, dass nur ein kleiner Teil der Jugendlichen die selbstständige und sichere Bewertung digital vorliegender Informationen vornehmen konnte (International Computer and Information Literacy Study 2013). Die Wichtigkeit des Prüfens von Quellen gerade im Internet war genauso Thema im Projekt wie auch der Umgang mit Urheberrechten und schließlich das digitale Recherchieren.

Der Bedarf und das Interesse an mehr Projekten in der digitalen Bildung von Seiten der Jugendlichen ist groß und sollte nicht nur außerschulisch, sondern auch im Unterricht mitgedacht werden. Bei „What’s up Kiez“ bloggten neun junge Medienmachende gemeinsam mit den begleitenden Redakteur*innen Corinna von Bodisco, Eva Schneider und dem Redakteur Sebastian Scheffel.

Foto: CC-BY, Robert Aghte


Kiez als große Familie | 26.12.2017

Kieze gibt es überall. Nicht nur in Berlin. Aber die Bedeutungen können sehr verschieden sein. politikorange hat bei Queen nachgefragt, was einen Kiez in Damaskus ausmacht.

Foto: Queen Abu Rashed. Der Kiez rund um die Universität in Damaskus ist beliebt bei jungen Menschen und ein Ort, an dem sich alle treffen.

Glossar:

حَيّ   ḥayy bedeutet Stadtviertel, Bezirk

حَارَة  ḥāra bedeutet Kiez, Nachbarschaft


Brief an alle AG-losen Schüler | 26.12.2017

Liebe Schülerinnen und Schüler,

Wie viele von euch sind Teilnehmende einer AG? Einer von Zehn?

Die meisten von Euch haben ja „keine Zeit“,  „keine Lust“, „keine Motivation“ – Gründe, die Ihr euch selbst einredet. Denn was wisst Ihr tatsächlich über die Teilnahme an einer AG?

Es ist kein höllischer Ort, der Zeit, Glück und Freude frisst. Eine AG ist eine Arbeitsgemeinschaft, also eine Gruppe von Schülerinnen,  Schülern und Lehrerenden, die ein gemeinsames Ziel verfolgen: Fähigkeiten erweitern, etwas produzieren oder einfach Spaß haben. Auch, wenn wir in der Schule diesem Notenwahn ausgesetzt scheinen, heißt das nicht, dass das Schulleben nur auf Noten basiert.

Gerade AGs bieten die Möglichkeit, schulische Ressourcen für eigene Zwecke zu verwenden, ohne eine Bewertung zu befürchten.

Es gibt in fast jedem Bereich AGs und wenn eine fehlt, wird diese neu gegründet. Also ist die Auswahl groß genug und selbst für Dich lässt sich etwas finden. Es gibt keine Beitrittsgebühr, Du kannst beliebig viele AGs besuchen.

Erkundige dich, probiere was aus und im schlimmsten Fall kannst du immer noch nach Hause gehen und Minecraft zocken.

 

 


Kann der Mietspiegel helfen? | 26.12.2017

Zurzeit wird in der Politik, in Berlin und in anderen Städten oft vom Mietspiegel gesprochen, finden die Schüler Ben Westphal und Erik Koppe. Aber was hat es damit auf sich? Erik hat dazu recherchiert, um ein paar Fragen zu klären. Ben hat eine Umfrage gemacht und dazu Diagramme erstellt.

1. Was ist das Problem mit den Mietpreisen?

Stell’ dir eine Stadt vor – zum Beispiel Berlin. Immer mehr Menschen ziehen in die großen Städte, beispielsweise wegen ihrer Arbeit. Allerdings gibt es immer weniger Platz zum Bauen von Wohnungen – das maximale Volumen an Wohnungsplätzen wird bald ausgeschöpft sein. Trotzdem bleibt eine hohe Anfrage von potenziellen Mieterinnen und Mietern, welche dort leben wollen. Letztendlich gibt es mehr Leute als Wohnraum. So können die Vermieterinnen und Vermieter die Mietpreise immer weiter erhöhen, denn es gibt genug Menschen die bereit sind, mehr zu zahlen als andere. Dadurch steigen dann die Mietpreise immer weiter an.

2. Was ist der Mietspiegel?

Der Mietspiegel ist im Grunde genommen ein ortsabhängiger Durchschnitt der Mietspreise, welcher alle zwei Jahre erstellt wird. Er wird in Kooperation von Staat, Mieterinnen und Mietern und Vermieterinnen und Vermietern erstellt. Dabei werden Faktoren wie die Qualität der Wohnung, die Innenausstattung, die Lage usw. miteinbezogen. Mithilfe dieser Faktoren kann verglichen werden, ob die Mieten zu hoch oder angemessen sind. Zur Erhebung eines qualifizierten Mietspiegels dürfen allerdings nur Wohnungen berücksichtigt werden, bei denen die Miete in den letzten vier Jahren neu vereinbart oder geändert wurde. Dadurch werden systematisch Mieterhöhungen für die darauffolgenden Jahre festgeschrieben. Dadurch ist eher von einem Miet-erhöhungs-spiegel die Rede.

Grafik: Ben Westphal. Umfrage: Dezember 2017 in Berlin-Neukölln.

3. Wie hat sich der Mietspiegel in den letzten Jahren entwickelt?

Vom Jahr 2000-2009, stieg der Mietspiegel zwar stetig an, trotzdem war der Anstieg mit 1,1% pro Jahr vergleichsweise gering. Ab ca. 2015 bis heute stieg der Mietspiegel, durch Sanierungen und Modernisierungen um stolze 9,4%. Ein wahrer BOOM. Hier sieht man erneut, dass die Nachfrage das Angebot übertrifft.

4. Was sagt die Politik dazu?

Der Mietspiegel wird in politischer Zusammenarbeit bzw. mit den Stadtsenaten erstellt. Da es aber fehlerhafte Probleme im MS gab, soll es demnächst zu einer großen Reform kommen. Diese geht vom Senat aus und bezweckt Änderungen des Spiegels. Doch bisher sind dazu noch keine ausreichenden Informationen bekannt gegeben worden. Es gibt aber auch Parteien, die sich beteiligen. Beispielsweise plädieren die Linken und die Grünen für eine Senkung der Mieten und engagieren sich für die Bremse des rasanten Anstiegs.

Grafik: Ben Westphal. Umfrage: Dezember 2017 in Berlin-Neukölln.

5. Welche Lösungsvorschläge gibt es?

Die Mietpreisbremse soll dafür sorgen, dass die Mieten nicht mehr so schnell steigen, wie in den vergangenen Jahren. Neue „Gesetze zur Dämpfung des Mietanstiegs auf angespannten Wohnungsmärkten“ machen eine Mietbegrenzung für bestimmte Wohngebiete möglich.

So dürfen Vermieterinnen und Vermieter keine Mieten verlangen, die 10% über dem Durschnitt liegen. Weitere Lösungen wären die Spezifizierung von Bewertungskriterien für den Mietspiegel.

6. Wo gibt es noch mehr Informationen?

Ihr könnt gerne auf mietspiegel.com und beim Tagesspiegel vorbeischauen. Dort gibt es viele nützliche und interessante Informationen zum Mietspiegel.

Grafik: Ben Westphal. Umfrage: Dezember 2017 in Berlin-Neukölln.


#02.17 Die neue Ausgabe des Newsletters von JUGEND für Europa zur EU-Jugendstrategie | 15.12.2017

Unter anderem zu den Themen "Zukunft der EU-Jugendprogramme", " Europa als sozialen Raum stärken" und "Über die politische Dimension europäischer Jugendarbeit" sowie mit Literaturhinweisen für die Jugendsozialarbeit und die Kinder- und Jugendhilfe.


Youth Wiki: Eine Online-Enzyklopädie zur Jugendpolitik in Europa | 13.12.2017

Am 12. Dezember ging das neue Youth Wiki online. Diese Plattform stellt die erste Online-Enzyklopädie im Bereich Jugendpolitik dar. Umfassende Informationen zu Strukturen, Politiken und Maßnahmen zur Unterstützung junger Menschen in Europa werden zusammengetragen und bieten einen einzigartigen Einblick in die europäische jugendpolitische Zusammenarbeit.


Stadtentwicklungs-Live-Ticker aus dem Bundesministerium | 11.12.2017

Heute präsentieren die Teilnehmenden des Jugendforums – voraussichtlich das letzte Mal – ihre Forderungen und Ergebnisse der Workshops im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Außer dem Staatssekretär Gunther Adler sind von Ministeriumsseite noch Volker Gerhard, Jacqueline Modes und Anja Röding anwesend. Jeannette Benstein und Corinna von Bodisco tickern, Anna Rakhmanko schießt die Fotos.

Wir tickern live aus dem BMUB. Foto: Anna Rakhmanko

09:40 Nach einigen Umwegen endlich das WLAN-Passwort erhalten. Ein großes Dankeschön an Jacqueline Modes!

09:58 Andächtige Stille im Saal.

10:06 Gunther Adler ist drei Minuten früher als beim letzten Mal. "Wieso sind diesmal so viele Teilnehmenden (Anm.: im Saal präsent: 23 Jugendliche) dabei?". Almuth Tharan (UfU) meint: "Die Jugendlichen sind sehr daran interessiert, dass das Jugendforum weitergeführt wird. Der Staatssekretär daraufhin: "Es wird zukünftig wegen der vorläufigen Haushaltsführung noch schwieriger."

10:12 Die Gruppe "Wer nimmt teil?" beginnt (Christoph Mörsch präsentiert). Ist dies nur der erste Teil der Gruppe oder hat sich die Gruppe wieder zusammengefunden? Die angestrebten Maßnahmen und Vorschläge zur Beteiligung: Die Anleitung Freiraum Fibel, Planuungswerkstätten, Werbung vor Ort, Ausschreibungen.

10:20 Gunther Adler schlägt Gruppe 1 vor zu fragen, was aus den Vorschlägen vom letzten Mal geworden ist.

Lorenz Riemer stellt die Ergebnisse der Gruppe 1.2 (mit dem Fokus auf Randgruppen) vor. Foto: Anna Rakhmanko

10:21  Lorenz Riemer aus Leipzig stellt die Ergebnisse der Gruppe 1.2 vor (die Gruppe "Wer nimmt teil" bleibt folglich weiterhin gespalten): Was Gruppe 1.2 von 1.1 unterscheidet: "Jede Meinung muss gehört werden, auch in der Stadtentwicklung". Auch sogenannte Randgruppen sollen miteinbezogen werden. Er geht auch auf die Ursachen ein, warum Randgruppen entstehen (Beiteiligungsformate wirken elitär, fehlende Informantionen vor Ort und fehlendes politisches Angebot)

10:27 Lösungsansätze, um Randgruppen zu erreichen: Energie in Kunstprojekte (z.B. "Ton mit der Faust bearbeiten") kanalisieren statt in Aggression.

10:30 "Das ist ein spannendes Thema. Wie lange ging die Diskussion um die Randgruppen?", fragt der Staatssekretär. Er hat zudem gehört, dass in der Gruppe "Wer nimmt teil?" Frauen als Randgruppen bezeichnet wurden. Dies soll gleich noch in der großen Diskussion aufgegriffen werden.

10:32 Gruppe 2 wird vertreten durch Daniel Widmayer und Achim Schmid: Wie können Jugendliche motiviert werden? Achim Schmid geht auf den Punkt "finanzielle Unterstützung ein": die richtigen Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner in Schulen und in Verwaltungstellen finden. Auch lokale Medien könnten helfen, die für die Projekte nötige Aufmerksamkeit zu generieren. Und: Jugendliche können nicht zur Beteiligung gezwungen werden. Diese entsteht freiwillig.

Die Vertreterinnen und Vertreter des BMUB lauschen den Präsentationen der Forumsteilnehmenden. Foto: Anna Rakhmanko

10:43 Philipp Meister und Marina Schenke repräsentieren Gruppe 3 "Formen und Ebenen der Jugendeteiligung".  Vorschläge: Kultur, Interkultureller Austausch, Schülerinnen- und Schülertutorien. Kultur würde viel zu wenig für Jugendliche angeboten. Wichtig wäre außerdem die schnellere Realisierung der Projekte.

10:52 Konkrete Forderungen von Gruppe 3: eine "Förderfibel", angelehnt an die Freiraum Fibel, Ansprechpartnerinnen und -partner vor Ort, ein "Jugendfond", der sich nicht nach Themen richtet, sondern nach dem Alter, Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gesetzlich verankern (orientiert an Baden-Württemberg).

10:55 "Der Mandarin", Jugendforums-Maskottchen für den Spaßfaktor wird von Marina Jörgens vorgestellt. Einige der Teilnehmenden des Forums scheinen davon nichts zu wissen.

Das Plenum im BMUB. Foto: Anna Rakhmanko

11:01 Die Diskussion ist eröffnet und Gunther Adler äußert kritisch sich zu den Vorschlägen der Teilnehmenden, beispielsweise über die Förderdauer der Projekte.

11:05 Mona Schwinges bringt den Punkt an, dass diesmal der männlichste Bundesrat seit Langem gewählt wurde. Diese Geschlechterverteilung konnte diesmal auch im Jugendforum beobachtet werden.

11:10 Bastian Schröger betont, dass sich die Teilnehmenden des Forums in vielen Punkten nicht einig sind, beispielsweise bezüglich der Einordnung von Randgruppen.

11:14 Gunther Adler weist auf das regionalübergreifende Programm "Soziale Stadt" hin.

11:18 Lorenz Riemer greift nochmals den von Achim Schmid angebrachten Punkt der länderübergreifenden Vernetzung von Jugendlichen auf.

11:22 Gunther Adler fragt, ob es einen Forums-Newsletter gäbe. Bastian Schröger entgegnet: eine Facebook-Gruppe vom Jahr 2013 existierte.

11:25 Volker Gerhard fragt, ob noch Formen des interkulturellen Austauschs praktiziert werden. Tobias Weiß bejaht und nennt die Städtepartnerschaft von Tischenreuth mit der französischen Gemeinde "La Ville du Bois" (Île de France). Auch würden viele Jugendliche nach der Schule umherreisen (z.B. nach Australien). Andere Forumsteilnehmenden nennen weitere Städtepartnerschaften. Annemarie Schultz (Demokratiebahnhof Anklam) bringt an, dass Bürgerinnen und Bürger oft nicht wissen, dass Städtepartnerschaften existieren.

11:35 Daniel Widmayer meint, Deutschland sei zwar innovativ, aber kein Vorreiter, wenn es um freies WLAN im öffentlichen Raum geht.

11:43 Die nächste Bundesregierung müsse sich explizit zu diesem Thema fragen, was erreicht wurde und "richtig viel Geld reinstecken", meint Gunther Adler.

11:53 Zum Thema Gentrifizierung: Wie kann Wohnraum bezahlbar erhalten bleiben, fragt Lorenz Riemer. Der Staatssekretär entgegnet, die Lösung sei "bauen, bauen, bauen": aber umweltbewusst und flexibel. Eine Million Wohnungen wurden schon zusätzlich gebaut. Außerdem wäre es ein Luxusproblem, die Wohnfläche pro Kopf habe sich verdreifacht. In den ländlichen Regionen dagegen gäbe es immer mehr Leerstand. Lorenz Riemer fragt nach ähnlichen Maßnahmen wie die Mietpreisbremse. Zur Aussage "bauen, bauen, bauen" merkt er an: "Wäre es nicht sinnvoller, den Wohnraum, der schon existiert, so anzubieten wie er ist, ohne dass die Mieten angehoben werden?" Gunther Adler bestätigt die Sinnhaftigkeit dieser Anmerkungen.

12:11 Gunther Adler verabschiedet die Teilnehmenden. Anna Rakhmanko übernimmt die Regie für das Gruppenfoto.

13:46 Volker Gerhard merkt an: Das Jugendforum soll nächstes Jahr fortgeführt werden.

+++The End+++

 

 

 


Die Spaltung der Gruppe “Wer nimmt Teil?” | 10.12.2017

Bei der Frage "Wer nimmt Teil?", machte sich unter den Teilnehmenden eine Meinungsverschiedenheit breit. Soll Energie investiert werden, um Jugendliche zu erreichen, die sich bisher nicht engagieren? Das hat auch mit den Methoden und der eigenen Haltung der Mitwirkenden zu tun. / von Corinna von Bodisco und Jeannette Benstein

Am dritten Jugendforumstag formiert sich eine Gruppe neu. Jeannette und ich – in unsere Texte vertieft – erfuhren dies von zwei weiteren Redaktionsteilnehmern und befragten anschließend die Gruppenmoderatorin Ariane Geis: "Ich vermute, es gab Meinungsverschiedenheiten dazu, wie man diejenigen erreicht, die nicht Teil einer Jugendorganisation sind. Das können Jugendliche in einem anderen Alter sein, mit anderem Bildungshintergrund oder einem Migrationshintergrund. Da war die Frage: Hole ich sie mit ins Boot, beispielsweise mit anderen Methoden oder sage ich: Nein, die wollen nicht und müssen jetzt nicht mitmachen.“

Fish Bowl Diskussion im Jugendforum. Eine Gruppe hat sich heute gespalten. Foto: Felix Bosdorf

 

Was bedeutet es, junge Menschen mit "ins Boot" zu holen, die von sich aus nicht den Zugang oder die Beziehung zu Beteiligungsprojekten haben? In jedem Fall müssen dafür Methoden kontinuierlich angepasst werden, zum Beispiel werden Texte umgeschrieben oder übersetzt. Viele Institutionen verfassen Texte auch in „leichter Sprache“. Das bedeutet Mühe und Arbeit, kann aber den Effekt haben, dass die Jugendlichen, die anfangs nicht dabei waren, letztendlich ein großes Interesse für Beteiligung entwickeln.

Leider wollten sich die Vertreterinnen und Vertreter beider Positionen nicht direkt zur Gruppenspaltung äußern. Spannend wird es morgen bei der Präsentation der Ergebnisse: Werden vier Gruppen präsentieren oder wird sich Gruppe 1 wieder zusammenfinden?

Foto: Felix Bosdorf

 


Beteiligung ist freiwillig | 10.12.2017

Beim Jugendforum proben die Teilnehmenden ihre Präsentationen für ihr Treffen mit dem Staatssekretär Gunter Adler. Dafür haben sie sich mit drei Fragen beschäftigt, die viel Diskussionsstoff liefern: Wie werden Jugendliche erreicht, welche Methoden gibt es dafür und wer übernimmt auf welcher Ebene die Verantwortung? Eine kurze Zusammenfassung.

Wer nimmt teil?

Bei dieser Frage entsteht automatisch auch eine Folgefrage: Wen wollen wir erreichen und wie motivieren wir die Jugendlichen dazu, mitzumachen? Die Zielgruppe reicht von 13 bis 27 Jahren – die Jugend wird sowohl unter Schülerinnen und Schülern, Azubis, als auch unter Studierenden gesucht. Manche Jugendlichen kämen aber auch von selbst („Hey, das Projekt finden wir cool. Können wir da mitmachen?“). Selbst wenn die Motivation vorhanden ist, verhindern verwaltungstechnische Auflagen wie die Altersbeschränkung eine wirkliche Teilhabe.

Jugendbeteiligung: Wer, Wie, welche Themen und Ebenen? Foto: Felix Bosdorf

 

Die Motivation für Beteiligung schöpft sich zuweilen über das Ausstellen von Zertifikaten („Viele Arbeitgeber schauen weniger auf Zensuren, sondern mehr auf Sozialaspekte.“), eine transparente Kommunikation, die Integration von Jugendlichen in den Stadtrat, über Anstoßprojekte und nicht zuletzt: den Spaß!

Weiterhin stellte sich die Frage: Sollen Jugendliche erreicht werden, die bei Beteiligungsprojekten unterrepräsentiert sind oder nicht? Bei dieser Frage war sich die Gruppe der Teilnehmenden nicht einig.

 

Wie soll die Beteiligung aussehen?

Beteiligungsformate und –methoden sollten direkt da ansetzen, wo sich Jugendliche aufhalten, beispielsweise im virtuellen Raum. Bei Facebook können sie direkt befragt, und Kommentare für ein Stimmungsbild ausgewertet werden. Im physischen Raum geht es um konkretes Handeln wie bei Planspielen, Workshops oder Veranstaltungen. Aber eines ist klar: Beteiligung ist freiwillig und hat am meisten Auswirkung, wenn sich die Jugendlichen auch inhaltlich einbringen können.

Welche Methoden, welche Unterstützung? Foto: Felix Bosdorf

 

Themen und Ebenen

Die Ebenen der Beteiligung gliedern sich oft an die politische Struktur: lokal, kommunal bis hin zu europäisch und global. Dabei sei es besonders wichtig, mit den Verantwortlichen in Kontakt zu kommen, kurzum: die richtige Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner zu finden.

Als Wegweiser für Projekte böte sich vor allem die Freiraumfibel als Anleitung an (Bundesinstitut für Bau, Stadt und Raumforschung, 2016). Des Weiteren schlugen die Teilnehmenden die Realisierung einer „Förderfibel“ vor, damit junge Menschen ohne Erfahrung im Bereich Finanzen Begriffe und Szenarien selbst nachschlagen können.


Stadtentwicklung auf Augenhöhe | 10.12.2017

Am ersten Tag des Jugendforums stellten sich die Teilnehmenden gegenseitig ihre Projekte zur Jugendbeteiligung in der Stadtentwicklung vor. Des Öfteren fiel das Wort "Augenhöhe". Aber was verstehen sie eigentlich darunter, Teilhabe auf Augenhöhe zu betreiben? Und mit wem? Das kann im Podcast #2 erhört werden:


Der Jugendrat Lichtenwald wird 2018 digital | 10.12.2017

Achim Schmid ist 17 Jahre alt und setzt sich dieses Jahr im Rahmen des 12. Jugendforums Stadtentwicklung für mehr Jugendbeteiligung ein. Als aktives Mitglied des Jugendrates der Gemeinde Lichtenwald (Großraum Stuttgart) ist er nun zum ersten Mal in Berlin dabei. Im Interview spricht er über die Beteiligung in seiner Stadt und die Konsequenzen des Jugendforums.

Achim Schmid ist im Jugenrat Lichtenwald aktiv. Foto: Felix Bosdorf

politikorange: Wie lange engagierst du dich schon im Bereich Stadtentwicklung und wie bist du darauf gekommen?

Achim Schmid: Ich selbst engagiere mich seit 2014 und bin damals auf die Ausschreibung im Amtsblatt vom Lichtenwald aufmerksam geworden. Es wurden Kandidaten für den Jugendrat gesucht und ich wurde dann tatsächlich angenommen.

Wie hast du vom Projekt "Jugend verändert Stadt" erfahren?

Ich habe im Oktober an einer Veranstaltung zur Befragung von institutionalisierter Jugendbeteiligung in den Gemeinden teilgenommen. Und dann hat mir dieser Landtagsabgeordnete eine Einladung zum Jugendforum weitergeleitet.

Welche Themen der Jugendbeteiligung sind für dich besonders wichtig?

Jugendliche für Politik begeistern und ihr Engagement fördern. Wir brauchen schließlich auch junge Menschen, die sich aktiv einbringen. Mich interessiert aber auch, wie andere Jugendvertreter ihre Kommunikation über Social Media regeln.

Zum Bereich Stadtentwicklung gehören ebenfalls die Themen Nachhaltigkeit und Naturschutz. Welche Eingeständnisse zum Wohle der Umwelt würdest du persönlich machen?

In Stuttgart haben wir aktuell das Thema Feinstaubalarm und Dieselverbot. Ich könnte mir dementsprechend gut vorstellen, häufiger auf das Autofahren zu verzichten. Ebenso finde ich Stromsparen wichtig.

Wie können sich junge Menschen im Jugendrat Lichtenwald beteiligen?

Vor allem können sie sich bewerben. Die Bewerbungsfrist für neue Plätze beginnt wieder im Sommer. Außerdem können die Jugendlichen gerne zur Gemeinderatssitzung kommen. Dort haben sie ein Rederecht und können konkrete Projekte einbringen. Es geht darum, Ideen mitzubringen und sich natürlich auch an der Umsetzung zu beteiligen. Ein aktives Projekt gibt es derzeit nicht, aber für Januar haben wir einen Instagram-Account geplant. Diesen wollen wir dann aktiv nutzen.

Wie beurteilst du die Chancen, dass Staatssekretär Gunther Adler, bzw. das BMUB eure Vorschläge wirklich umsetzen wird?

Ich bleibe optimistisch, dass die vielen Vorschläge auf jeden Fall wahrgenommen werden. Die Schwierigkeit sehe ich darin, dass die Nachhaltigkeit des Projektes fragwürdig ist. Dafür wären eventuell Nachtreffen sinnvoll, bei denen nochmal nachgeprüft wird, was aus den Ideen geworden ist. Dadurch wird das Zeichen gegeben: Jugendliche werden gefragt und es hat auch Konsequenzen. Ich hoffe, dass es so auch passiert. Eigentlich ist das auch im Gesetz zur verpflichtenden Miteinbeziehung von Jugendlichen in Gemeindebelangen festgeschrieben.


Stadtoase kämpft um Finanzierung | 09.12.2017

Der 26-jährige Bastian Schröger, einer der Aktiven des Projekts Stadtoasen Rosenheim, stellt seine Initiative beim Forum „Jugend verändert Stadt“ vor. Die Stadtoase entsteht immer wieder neu auf ungenutzten Flächen und füllt sie so temporär mit Leben. Trotz ehrenamtlichen Engagements vieler Jugendlicher ist die Finanzierung zukünftiger Projekte noch nicht gesichert. Mehr dazu im Interview.

politikorange: Kannst du uns kurz das Projekt vorstellen?

Bastian Schröger: Die Stadtoasen Rosenheim laufen grundsätzlich immer gleich ab: Wir bespielen eine Brachfläche mit Kaffeebetrieb, Kultur und Kunst. Es ist ein Treffpunkt für Verständigung, ein Anlaufpunkt, eine Möglichkeit der Bürgervernetzung.

Was motiviert dich, am Projekt „Stadtoasen Rosenheim" mitzumachen?

Es ist genauso wie mit dem Kinokultur Rosenheim, es ist unser Projekt. Das heißt, wir haben keine vorgesetzte Dienststelle. Alles, was wir erarbeiten und was wir machen wollen, das setzen wir um.

Wie lange sind die Zeitspannen für ein Projekt?

Der Müllbachbogen ging von April bis Ende Oktober und sonst dauern die Projekte so bis zu zwei Wochen. Dabei ist aber noch nicht der ganze Vorlauf und Nachbearbeitungszeit mitgerechnet.

Inwiefern werden die Jugendlichen in eure Planungen eingebunden?

Wir haben öffentliche Treffen, die ausgeschrieben sind. Dort kann sich jeder einbringen. Oft ist es so, dass die Jugendlichen während des Projektes erst später dazukommen: Zuerst war es ein Kreis von zehn Personen, der dann auf 20 angewachsen ist. Diese Gruppe hat wirklich aktiv handwerklich mitgeholfen.

Wie vereinbart man das schnelllebige Zeitverständnis von Jugendlichen mit dem langen Weg von den ersten Planungen bis hin zum fertigen Bauprojekt?

Das Mitspracherecht motiviert, alle sind beim Planungsprozess beteiligt, die Jugendlichen sind beim kompletten Planungsprozess, bestehend aus Vorausschüssen, über den Bauausschuss beteiligt. Es ist ein langer Weg. Man ist hinterher auch sehr frustriert, wenn es nicht so geklappt hat, wie man es sich vorgestellt hat. Aber es ist ebenso ein „Wir-Effekt“, wenn hinterher ein Endprodukt entsteht.

Was ist „Kinokultur“?

Kinokultur ist Passion am Film: Das Kino wiederbeleben und gleichzeitig eine Aktionsfläche für sämtliche Gruppen von jeglicher Herkunft, Religion und finanziellen Lagen bieten. Stadtoasen ist ein sehr soziales Projekt. Es kostet keinen Eintritt, was bedeutet, es wird beim Kino gesammelt. Man kann einfach kommen und einen schönen Abend haben. Wenn man etwas in die Sammelbüchsen wirft, weil man einfach Geld hat, ist das natürlich schön. Wirft jemand nichts ein, weil man das Geld einfach nicht hat, aber einen schönen Abend hatte, ist das für uns auch in Ordnung.

Zeichnung: Bastian Schröger

Ihr seid unabhängig, wie du eingangs sagtest. Wo bekommt ihr euer Geld her?

Es ist aktuell so, dass die Stadtoasen noch von Kinokultur erhalten und weitergeführt wird. Für die Veranstaltungen haben wir Sponsoren, oft von der Stadt. Das deckt allerdings die Kosten noch nicht mal zu 20 Prozent und das Projekt ist jetzt auch am Auslaufen. Wir müssen jetzt schauen, wie wir wieder an Geld kommen, damit wir Veranstaltungen fortführen können.

In diesem Sinne wünschen wir dir viel Erfolg bei der weiteren Finanzierung der Stadtoasen und danken dir für das Interview.

 


Europäische Mobilität am Übergang | 07.12.2017

Die gerechte Integration junger Menschen in Gesellschaft und Arbeitswelt bildet eine der zentralen Herausforderungen für Europas Zukunft. Die in Zusammenarbeit mit der Bund-Länder-AG entwickelte Orientierungshilfe "Europäische Mobilität am Übergang" widmet sich diesem Thema und definiert Qualitätsmerkmale von Beratungs- und Informationsangeboten für die Jugendsozialarbeit.


Das EU-Jugendprogramm Erasmus+ soll größer werden! | 30.11.2017

Die Erasmus+ Generation äußert sich in einer Deklaration zur Zukunft des EU-Jugendprogramms ab 2021. Sie setzt Impulse für ein größeres Programm und fordert eine deutliche Mittelaufstockung.


du»EUROPA»wir: Der Strukturierte Dialog geht in die Abstimmungsphase | 29.11.2017

Freizeit, Bildung, Arbeiten, Liebe, Internet, Engagement, Reisen, Umwelt,… Themen, die für junge Menschen und ihr Leben wichtig sind, werden aktiv von der EU beeinflusst - häufig, ohne dass junge Menschen es bemerken.


Der EU-Jugendministerrat setzt ein Zeichen für die Digitalisierung in der Jugendarbeit und Jugendhilfe | 27.11.2017

Mit der Annahme von Schlussfolgerungen zur „Smarten Jugendarbeit“ haben die Jugendminister und Jugendministerinnen der EU in ihrer Ratssitzung am 20. November verabredet, Rahmenbedingungen für eine smarte Jugendarbeit zu schaffen. Der estnische EU-Vorsitz brachte das Thema als einen seiner Schwerpunkte für die jugendpolitische Zusammenarbeit ein.


Bildungsraum 2025: Die EU-Kommission sieht großen Wachstumsbedarf für Erasmus+ und dem künftigen Europäischen Solidaritätskorps | 26.11.2017

Während die Debatte um die Zukunft Europas in vollem Gange ist, legte die EU-Kommission Mitte November ihre Vorstellungen von der Einrichtung eines europäischen Bildungsraums bis 2025 vor. Im Jugendbereich bleiben diese inhaltlich vage, allerdings wird eine wesentlich bessere Mittelausstattung der Förderprogramme angedacht.


EU-Jugendministerrat beschließt Standpunkt zum Europäischen Solidaritätskorps | 22.11.2017

In seiner Sitzung am 20. November in Brüssel hat sich der EU-Jugendministerrat auf eine Position zu dem von der EU-Kommission vorgeschlagenen Rechtsrahmen zum Europäischen Solidaritätskorps verständigt. Damit ist das Programm nicht verabschiedet, sondern nur der nächste Schritt in den Verhandlungen gegangen worden. Ende Januar wird das Europäische Parlament seine Haltung abstimmen.


EWSA: Das Europäische Solidaritätskorps kann Auftakt für eine umfassende europäische Freiwilligenstrategie sein | 11.11.2017

Das neue Programm der EU-Kommission zum freiwilligen Engagement junger Menschen könnte solidarisches Handeln in Europa fördern, braucht aber zusätzliche Finanzmittel, so der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss.